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NiSi Brand Ambassador Bastian Kratzke

Bastian Kratzke
Mit einer günstig erstandenen Nikon D40 und einer USA-Reise fing vor vielen Jahren alles an. Als meine Prioritäten haben sich die Landschafts- bzw. Natur- sowie die Architekturfotografie herauskristallisiert. Kaum ein Wochenende vergeht, wo ich mir nicht die Kamera schnappe und raus in die Natur gehe, um Fotos zu machen. Im Bereich der Architekturfotografie führe ich auch kommerzielle Auftragsarbeiten aus, sofern es mein normaler Job zeitlich erlaubt.

Bastian Kratzke

Wie sind Sie zur Fotografie mit Filtern gekommen?

Mich hatten Aufnahmen von felsigen Küsten mit verschwimmendem, beinahe nebelartigem Wasser fasziniert. Vor einer Reise nach Norwegen habe ich mich dann informiert, was nötig ist um solche Aufnahmen zu machen, so kam ich dann zu der Fotografie mit Filtern.

Sie machen wirklich tolle Fotos! Wie und wo haben Sie den Umgang mit Pol-u. Graufiltern gelernt?

Ich habe mehrere Bücher zu dem Thema gelesen, beispielsweise „The Digital Photographer’s Guide to Filters“ von Ross Hoddinott und „Mastering Filters for Photography“ von Chris Weston. Am Ende geht aber nichts über selbst ausprobieren.

Bei welchen Motiven und Situationen setzen Sie normalerweise Filter ein?

Den Polfilter benutze ich gerne bei der Landschaftsfotografie um störende Reflexionen auf nassem Gras, Steinen oder direkt dem Wasser zu reduzieren. Mittelstarke ND-Filter (ND 1.8) um fließendes Wasser verschwimmen zu lassen. Stärkere ND-Filter (ND 3.0) um bei Architekturaufnahmen die Wolken am Himmel dramatischer aussehen zu lassen. Und Verlaufsfilter immer dann, wenn der Helligkeitsunterschied zwischen Himmel und Vordergrund zu groß ist.

Warum nutzen Sie gerade NISI-Filter?

Ich habe zuvor lange Zeit Resin (Kunststoff) Filter anderer Hersteller genutzt. Hier hatte ich oft Probleme mit Reflexionen aufgrund von kleinen Kratzern und zusätzlich bei Weitwinkelobjektiven mit Farbverschiebungen in den Ecken zu kämpfen. Der Aufwand dies in der Nachbearbeitung zu korrigieren war teilweise enorm, bei Reflexionen war es manchmal gar nicht möglich. Die NiSi-Filter mit ihrer Nano-Vergütung und hohen Farbtreue sind hier erheblich anwendungsfreundlicher für mich.

Mit welchem Kamerasystem und welchen Objektiven fotografieren Sie?

Mittlerweile verzichte ich bewusst auf Objektive mit Autofokus sowie Zoomobjektive und verwende nur noch manuelle Festbrennweiten um die hochauflösenden aktuellen Sensoren möglichst voll auszunutzen.
Üblicherweise begleiten mich:
Sony A7rII
Voigtländer 10mm 5.6 Hyper-Wide-Heliar E
Zeiss Loxia 21mm 2.8
Voigtländer VM 35mm 1.7 Ultron
Zeiss Loxia 85mm 2.4
Voigtländer SL 180mm 4.0 Apo Lanthar

Welche NISI-Produkte haben Sie normalerweise dabei, wenn Sie „on tour“ sind?

Aufgrund der kleinen Festbrennweiten die ich verwende reicht für mich meist auch das kleine 70mm Filtersystem aus (einzig das 10mm 5.6 benötigt größere Filter). Hier habe ich zusätzlich zu dem 70mm-Halter mit Polfilter noch die zwei 3 Blenden Verlaufsfilter Hart und Soft (GND 0.9 Soft und GND 0.9 Hard) sowie 6 und 10 Blenden Graufilter (ND 1.8 und ND 3.0) dabei.

In der Bildbearbeitung ist ja heute extrem viel möglich und auch Helligkeitsunterschiede lassen sich gerade bei RAWs erstaunlich gut ausgleichen. Ist da das Ergebnis, das man mit Filtern erzielt, wirklich noch so viel besser?

Der Dynamikumfang, gerade bei den aktuellen Sony-Sensoren, ist natürlich enorm, aber für viele Szenen immer noch nicht ausreichend, besonders wenn ich optimale Bildqualität erreichen möchte. Wenn ich beispielsweise mein Bild um 3 Blenden unterbelichten muss, damit die Lichter (zum Beispiel die hellen Bereiche im Himmel) nicht „ausbrennen“ und dafür die dunklen Bereiche im Nachhinein um 3 Blenden aufhellen muss, ist das wie, als wenn ich das halbe Bild mit einer um 3 Blenden höheren ISO Einstellung gemacht hätte (zum Beispiel ISO 800 statt ISO 100). Bei großformatigen Drucken kann dies bereits negativ auffallen.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen bei der Verwendung von Graufiltern, die die Chancen auf ein spektakuläres Foto erhöhen (z.B. bestimmte Himmelsfarben, Sonne kommt von einer bestimmten Seite, Sonnetage oder Wolkentage, Lichtstimmungen nach einem Gewitter, besser morgens oder abends, bewegtes Wasser o.ä.)?

Ich hoffe immer auf leicht bewölkten Himmel, gerne auch als „Kaiserwetter“ bezeichnet. Hier hat man die besten Chancen, wenn man kurz nach Sonnenuntergang in Richtung der Sonne fotografiert, spektakuläre Aufnahmen zu machen.

Wie gehen Sie beim Fotografieren vor? Planen Sie Ihre Aufnahmen, indem Sie zum Beispiel die Location vorab besuchen, indem sie schon im Vorfeld optimale Fotopositionen suchen oder indem Sie auf ideale Wetterbedingungen warten? Oder entstehen Ihre Fotos eher spontan aus der Situation heraus?

Bei Aufträgen aus dem Bereich Architekturfotografie versuche ich immer auf möglichst optimale Wetterbedingungen zu warten und schaue schon vorab in welche Richtung das Bauwerk orientiert ist, aus welchem Blickwinkel es am interessantesten aussehen könnte und welche Tageszeit sich demnach am ehesten anbietet.
Bei der Reisefotografie hat man dagegen oft nicht so viel Zeit, hier muss man etwas spontaner sein und immer versuchen aus der Situation das Beste herauszuholen.

Inwieweit bearbeiten Sie Ihre „Filterbilder“ hinterher noch mit Lightroom oder Photoshop?

In Lightroom werden nahezu alle meiner Bilder zumindest geringfügig bearbeitet, egal ob mit oder ohne Filter aufgenommen. Bei meinen Objektiven habe ich aber darauf geachtet, dass diese Farben möglichst ähnlich wiedergeben, so bearbeite ich meist ein „Master“-Bild und dessen Einstellungen kann ich dann auf alle anderen Fotos übertragen, die bei der gleichen Lichtsituation aufgenommen wurden. Das spart enorm Zeit und ist für mich einer der großen Vorteile von Lightroom.
Photoshop nutze ich dagegen nur in Ausnahmefällen, wenn doch mal umfangreichere Korrekturen notwendig sind.

Können Sie unseren Lesern noch ein paar Tricks verraten?

Wenn ihr eine DSLR mit optischem Sucher verwendet bei der Verwendung von starken Graufiltern unbedingt das Okular abdecken, sonst kommt es zu häßlichen Artefakten im Bild, da durch das Okular Licht eindringt!
Ein stabiles Stativ ist auch enorm hilfreich bei der Bildkomposition und um die Verlaufsfilter genau auszurichten.

Wo fotografieren Sie am liebsten?

Ich versuche, egal wo ich bin, schöne Fotos mit interessanten Perspektiven zu machen, es gibt also kaum einen Ort, wo ich nicht gerne fotografiere. An einem türkis schimmernden See zwischen schneebedeckten Bergen könnte ich mich aber wohl ewig aufhalten.

Was sind Ihre nächsten anstehenden Projekte?

Eine Reise nach Asien um dort die historische Architektur fotografisch festzuhalten, die mich seit jeher fasziniert.

Bieten Sie auch Workshops an?

Ich biete Workshops unter www.fotoworkshop-bw.de an. Wer sich schwerpunktmäßig für den Einsatz von Filtern interessiert, dem sei unser Workshop im Schwarzwald ans Herz gelegt, der zwei Mal pro Jahr stattfindet. Auf unserem Blog gibt es auch einige weitere Tipps zum Einsatz von Filtern. Ihr findet von mir auch einige (englischsprachige) Reviews, primär zu manuellen Objektiven, auf www.phillipreeve.net.

NiSi Filter in der Anwendung

Auf diesem Bild der im Bau befindlichen Queensferry Crossing sehen wir sehr schön, wie die Beruhigung des Wassers durch ND und Polfilter den Blick auf das wesentliche, die Brücke lenkt. Mittels GND-Filter wurde der Vorher-/ Hintergrundkontrast angepasst.

"Queensferry Crossing"
Fife / Schottland
Fotografiert mit der Sony α7R II

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